Maibäume

30. Apr 2007, Kategorie: Blog

Bei uns im Dorf war es Brauch, zum 1. Mai vor jede Haustür eine kleine Birke zu stellen. Dafür trafen sich die Junggesellen des Dorfes meist 1-1½ Wochen vorher und trank besprach jede Menge. Die Getränke wurden beim Wirt aus dem Dorf besorgt und wurden mit dem Verweis "Schreib das auf die Maibäume" angeschrieben. 2-3 Tage vorher wurde es dann stressig, denn ca. 150 Bäume mussten noch geschlagen werden und in der Nacht zum 1. Mai vor jedes Haus gestellt werden. Und am Morgen des 1. Mai wurde es dann richtig interessant. Denn man ging von Haus zu Haus und sammelte. "Guten Morgen/Tag, wir sammeln für die Maibäume." Es gab dann einen kleinen Geldbetrag, der zur Begleichung des angeschriebenen Bieres verwendet wurde, und ab und zu gab es dann auch ein bis wasweisich Schnäpse oder Biere. Man kann sich nun vorstellen, wie man aussah, wenn man fertig war mit Sammeln. Teilweise wurde sogar taktiert, daß man an dem Haus das, an einem anderen Haus jenes zu trinken bekam. Zwischendurch gab es auch welche, die dafür sorgten, daß man was festes im Magen hatte, damit man den Tag einigermaßen überstehen konnte. Leider ist in der letzten Zeit der Brauch etwas eingeschlafen. Die jungen Leute bekommen es einfach nicht auf die Reihe. Schade, denn das war immer ein Mordsgaudi. Aber wenn dann doch jemand morgen klingelt, und wirklich für die Maibäume sammelt, dann gibt es Lang und Kurz (Bier und Schnaps) und ich freue mich genauso wie man sich damals über uns gefreut hat, wenn wir dann von Haus zu Haus torkelten. 

Ein Kommentar bis jetzt

  1. Das ist ein netter Brauch, den ich selbst nur aus Erzählungen kenne.

    Schade, dass er einzuschlafen droht.

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