Helden der Kindheit

távkapcs von _tapir_.

Heute setzt man sich vor den Fernseher und gut ist. Keiner der sagt, dass man schon zu lange davor sitzt. Denn das konnte man als Kind nicht. Es war immer einer der sagte: Geh doch mal raus, spiel doch mal oder mach sonstwas. Deswegen gibt es auch eine sehr selektive Erinnerung an meine Kinder-Fernseh-Zeit.
Da war zum einen Western von Gestern. Immer Freitags nach dem Baden. Ich mochte zwar Western im Allgemeinen nicht, aber der Comedy Faktor bügelte das wieder aus. Oder Dick und Doof. Gleiches Bügeleisen.
Dann war da noch „Es war einmal der Mensch.“ Immer mehr mochte ich die Sendung weniger. Zeigte sie mir als unschuldiges Kind doch, dass das Leben endlich ist. Und zum ersten mal bekam ich Angst vor dem Tod.
Es kamen die ZDF Weihnachtsmehrteiler in mein Leben. Madita, Silas, Jack Holborn, Anna, Tim Thaler und Manni der Libero.
Und genau ein Weihnachten in mitten der Serien kam dann der Videorekorder in unsere Familie. Mit geliehenen Dudu Filmen. Filme leihen war damals noch sehr teuer und exklusiv. Von daher gab es auch nur ein oder zwei Filme die Woche. Und nach und nach entwickelten sich meine Lieblinge. Ferris macht blau, L.I.S.A. der helle Wahnsinn, Breakfast Club waren unsere Lieblinge. Alleine Ferris habe ich bestimmt 30mal gesehen. Die Zitate waren unser tägliches Repertoire.
Und heute? Man merkt, dass mal alt geworden ist. Denn die Helden von damals sind mit gealtert. Ferris Bueller hat jetzt die alte Frau aus der Sex-Serie geheiratet, Manni der Libero talkt mit alten Damen, Anna habe ich ewig nicht mehr gesehen und Dudu ist bestimmt schon längst verschrottet. Alles ist vergänglich. Nur die Erinnerung bleibt. Gebannt auf silbernen Scheiben.

Bild: © _tapir_ via Flickr

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