Johann König im Kulturhaus Lüdenscheid

„Voll Bock auf Remmidemmi“ heißt sein aktuelles Bühnenprogramm. Was mir allerdings schwer fällt, ihm dieses abzunehmen. Kennt man ihn doch sonst nur als zurückhaltend schüchtern mit zaghafter Stolperstimme.   Sie ist quasi sein Markenzeichen, genau wie der braune Cordanzug und das gelbe Hemd.

„Wir gingen in die Laube. Sie war das Gewinde, ich war die. . .“

Wortwitz spielt eine sehr große Rolle. Deswegen muss man auch aufpassen. Und genau hinhören, wenn er zwischen Sofa, Stuhl und Tisch und dem Spotpunkt, den er grundsätzlich verpasst, hin und her zappelt. Da wurde auf „bildungsferne Schichten“ gehämmert, über den dann doch nicht so gewünschten Sohn hergezogen oder einfach nur banale Witze erzählt. Und wenn der Witz noch so flach ist, man muss lachen, wenn er ihn gequält bringt und sich offenbar selber drüber belachen muss.

Stolz ließ er auch das Publikum wissen, wie technikversiert Johann König doch ist, als er uns seinen Kassettenrekorder zeigt:

„Ich drück da auf Eject, und gleich kommt die mobile Festplatte zum Vorschein. Da passen 20 gigageile Lieder drauf.“

Das Publikum wurde eigentlich nur einmal einbezogen, wenn Johann König auf seinem Keyboard ein Lied vorgetragen hat. Die Männer durften singend mit „Bitte blas mir einen..“ anfangen und die Frauen vollendeten dann „… Luftballon auf.“ Ballermann Hits Niveau, das aber keinesfalls störend wirkte.

Johann, danke für diesen sehr schönen Abend. Obwohl ich mich immer gezwungen fühlte, auf die Bühne zu rennen um Dir zu helfen,  aus den Satzwiederholungen und nicht mehr aufzulösenden Satzkonstruktionen heraus zu helfen.

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