Gewalt ist nicht gleich Gewalt

Heute bin ich mal nicht mit dem Auto unterwegs. Ich nehme den Bus. Im Bus sitzt jemand, der einen Döner* isst. Der ganze Bus stinkt und es ist kaum zum Aushalten. Ich entschließe mich, wenn der Bus an der nächsten Haltestelle anhält, auszusteigen und ihn entweder anzuzünden oder umzuwerfen. Passanten filmen das. Auch wie ich von der Polizei abgeführt werde.

Am Bahnhof angekommen, warte ich auf den nächsten Zug. Von Mitreisenden erfahre ich, dass ein ungeliebter Kommunalpolitiker bereits im Zug sitzt. Damit er seine Ratssitzung verpasst, kommt mir die Idee, das Gleisbett zu untergraben, so dass der Zug am Weiterfahren gehindert wird. Nach getaner Arbeit tippt mir von hinten jemand auf die Schulter und bittet mich, mal kurz mit zu kommen. Der freundliche Fahrdienst entpuppt sich als Polizeiwagen und ich werde weggesperrt. Weil ich mich nun unter Druck gesetzt fühle, bearbeite ich den Polizeiwagen so lange, bis er unbrauchbar wird.

Abends, einen Tag vor meiner Verhandlung, schneide ich noch alle Stellen, in denen mir Gewalt zugefügt wird zusammen und lade diese auf Youtube hoch. Mir wird Recht gegeben. Im Internet. Die Richter allerdings waren anderer Meinung.

*) Ich mag Döner ganz gerne und er dient hier nur zur Veranschaulichung.

O.g. ist natürlich Fiktiv. Ich bin für einen Atomausstieg, eher heute als morgen, ebenfalls bin ich dagegen, unseren Urururururenkeln eine solch gefährliche Erbschaft zu hinterlassen. Aber wie gewaltbereite Demonstranten gezielt geschnittene Videos einsetzen, um so die „übertriebenen“ Polizeieinsätze anzuklagen, geht mir gehörig gegen den Strich.

2 Comments

  1. Selbes Spiel rund um den Bahnhof in Stuttgart. Auch dort beweist man ein erstaunliches Geschick, wenn es darum geht, Polizeieinsätze einseitig zu beleuchten. Natürlich sind die Jungs in Uniform die Bösen. Wer denn sonst? Zum Kotzen so was…

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