Einmal gewählt, und ratz fatz hat man ausgesorgt.

Dem vollsten Koffer
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Ich glaube, ich habe einen echt tollen Job gefunden. Mein Gehalt ist nicht zu verachten. Ich bekomme sogar noch eine steuerfreie Kostenpauschale von über der Hälfte meines Gehaltes monatlich dazu. Das Auto, mit dem ich zur Arbeit fahre, wird mir gestellt. Inklusive Fahrer. Und beides steht mir auch in meiner Freizeit zur Verfügung. Und wenn wir mal in der Firma ein Meeting haben, und ich bei diesem Meeting anwesend bin, bekomme ich pro Besprechung auch noch eine Prämie. Da ich so einen tollen Job habe, werde ich überall hin eingeladen. Die tollsten Partys, Empfänge und Events. Alles für umsonst. Überall wo ich hinkomme bin ich ein gern gesehener Gast. Und wenn ich wirklich mal nicht mit meinem Gehalt zufrieden bin, kann ich mit meinen Arbeitskollegen abstimmen, ob wir nicht mal mehr bekommen sollten. Und das wird dann auch so gemacht. Halte ich für eine faire Lösung. Schließlich weiss kein Außenstehender, was wir so alles leisten.
Sollte ich irgendwann einmal in meinen wohlverdienten Ruhestand kommen, brauche ich mir wohl auch keine Sorgen zu machen. Schließlich bin ich ja bestens versorgt. Dienstwagen, Chauffeur, Büro bleibt mir ja gottseidank erhalten. Auch meine monatlichen Bezüge bereiten mir keine zusätzlichen Sorgenfalten. Es läuft einfach.

Der Wecker trommelt mich aus meinem Traum. Einmal Snooze gedrückt. Ich grinse noch. Dann aber stelle ich mit Erschrecken fest: Verdammt, ich bin ja doch nur ein gewöhnlicher Angestellter in der freien Wirtschaft.

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