Wenn ich sonst immer ins Kino gehe, fliegen meistens Autos in die Luft, Sternenkreuzer bekämpfen sich oder zumindest gibt es ordentlich was auf die Lachmuskeln. Nicht so gestern.
“Eat Pray Love” gibt es aber auch gar nichts von oben genanntem. Eine New Yorker Frau auf einem Selbstfindungstrip in Rom, Indien und Bali. Tolle Wurst, ich hätte mal Zuhause in den Spiegel geschaut, dann hätte man sich bestimmt sofort gefunden 
Aber zum Film: Zuallererst ist er voll gepackt mit Klischees: In Italien wird nur gefaulenzt und gegessen, in Indien nur gebetet, meditiert und zwangsverheiratet. Und auf Bali werden einen die Weisheiten nur so um die Ohren gehauen. Ohne Frage, alles ist wunderbar bebildert, der Soundtrack stimmt. Aber trotzdem nimmt man es dem Film nicht ab. Eben typisch Hollywood, wenn ein Nudelteller mit Tomatensauce zelebriert wird als hätte man wer weiß was an zig Sterne Essen vor sich. Den Film hätte man auch getrost in drei Teile drehen können. Denn ein Übergang der einzelnen Locations gibt es so gut wie gar nicht. Also, 140 Minuten Reiseführer mit seichter Story neben herlaufend, mehr kann ich dem Film nicht abgewinnen. Die Damenwelt im Kino sah das übrigens anders. Lachte man sich noch beim zehnten Mal über den Spitznamen “Haurein” kaputt, tuschelte die ganze Zeit, gefolgt von ein paar “Ahhhs” und “Ohhhhs”. Will mich aber nicht beschweren. Schließlich war ich Gast in ihrem Film.
Meine Wertung: 3 von 10
Betuppen, Essen, Trinken, sich feiern lassen, um den Pool herum tanzen, auf Geld warten, Betuppen, Essen, Trinken, sich feiern lassen, um den Pool herum tanzen, auf Geld warten, Betuppen, Essen, Trinken, sich feiern lassen, um den Pool herum tanzen, auf Geld warten, Betuppen, Essen, Trinken, sich feiern lassen, um den Pool herum tanzen, auf Geld warten, Betuppen, Essen, Trinken, sich feiern lassen, um den Pool herum tanzen, auf Geld warten :]
So eine Film Perle, die unangekündigt daherkommt, am einem Montagabend – dafür bezahle ich meine Fernsehgebühren gerne.
Der Dorfhilfssherrif, etwas unbeholfen, die Inselpostbotin, die grundsätzlich sämtliche Post öffnet, der Bestatter, der sich allmählich über die vielen Toten auf der Insel freut, Sönke, dessen Sexpuppe im Showdown eine wichtige Rolle spielt. Alles passte so wunderbar und man musste jedesmal lachen, wenn jemand erschossen wurde. Klingt makaber, ist aber so.
Bester Satz im ganzen Film, als die Postbotin erschossen wurde: “Lass es mich so ausdrücken: Wir haben wieder ein Briefgeheimnis auf der Insel.”
Wer den Film verpasst hat, kann ihn hier nochmal anschauen: ZDF-Mediathek

Heute setzt man sich vor den Fernseher und gut ist. Keiner der sagt, dass man schon zu lange davor sitzt. Denn das konnte man als Kind nicht. Es war immer einer der sagte: Geh doch mal raus, spiel doch mal oder mach sonstwas. Deswegen gibt es auch eine sehr selektive Erinnerung an meine Kinder-Fernseh-Zeit.
Da war zum einen Western von Gestern. Immer Freitags nach dem Baden. Ich mochte zwar Western im Allgemeinen nicht, aber der Comedy Faktor bügelte das wieder aus. Oder Dick und Doof. Gleiches Bügeleisen.
Dann war da noch “Es war einmal der Mensch.” Immer mehr mochte ich die Sendung weniger. Zeigte sie mir als unschuldiges Kind doch, dass das Leben endlich ist. Und zum ersten mal bekam ich Angst vor dem Tod.
Es kamen die ZDF Weihnachtsmehrteiler in mein Leben. Madita, Silas, Jack Holborn, Anna, Tim Thaler und Manni der Libero.
Und genau ein Weihnachten in mitten der Serien kam dann der Videorekorder in unsere Familie. Mit geliehenen Dudu Filmen. Filme leihen war damals noch sehr teuer und exklusiv. Von daher gab es auch nur ein oder zwei Filme die Woche. Und nach und nach entwickelten sich meine Lieblinge. Ferris macht blau, L.I.S.A. der helle Wahnsinn, Breakfast Club waren unsere Lieblinge. Alleine Ferris habe ich bestimmt 30mal gesehen. Die Zitate waren unser tägliches Repertoire.
Und heute? Man merkt, dass mal alt geworden ist. Denn die Helden von damals sind mit gealtert. Ferris Bueller hat jetzt die alte Frau aus der Sex-Serie geheiratet, Manni der Libero talkt mit alten Damen, Anna habe ich ewig nicht mehr gesehen und Dudu ist bestimmt schon längst verschrottet. Alles ist vergänglich. Nur die Erinnerung bleibt. Gebannt auf silbernen Scheiben.
Ich war jetzt nicht bei Ikea, musste auch nicht sehr viel umräumen. Ging alles bequem von der Couch aus.
Mit dem Programm “Delicious Library” ging alles Ratzfatz. DVD vor die Kamera gehalten, zack, erfasst.
Nun noch eine Online-Galerie generiert, fertig. Jetzt bin ich nicht mehr von externen Anbieter abhängig, wenn ich meine DVDs Online stellen will. Die Online Galerie ist aber auch nur ein kleines Schmankerl. Ansonsten bietet das Programm eine Schnellsuche, verwandte oder ähnliche Filme können fix gefunden werden, Rezessionen von anderen Usern, Platzzuordnung und Verleihverwaltung. Eventuell fällige Rückgabetermine werden sogar in iCal eingetragen.
Achso, wenn es jemand interessiert: Meine DVDs sind ab sofort hier zu finden.